Als ingenio wurden ab dem 16. Jahrhundert ganz allgemein die grossen, neuen Zuckermanufakturen mit all ihren Gebäuden, Maschinen und Werkzeugen im Gegensatz zu den alten, einfacheren 'aduanas de azúcar' der Nasriden- und Moriskenepoche bezeichnet.
Motril, sein Kultur und sein Landschaft sind während der fast tausend Jahre Anbau und Verarbeitung von Zuckerrohr eins geblieben. Die ersten Schriften über den Zuckerrohranbau an den granadinischen Küsten mit seinem orientalischem Ursprung im al-Andalus, belaufen sich auf das 10. Jh. Seitdem verbreitete sich das Zuckerrohr entlang der Mittelmeerküste dank seiner aussergewöhnlichen Klima- und Umweltbedigungen.
Die Blüte erreichte die Zuckerherstellung, jedoch zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert, als es bis zu elf Zuckerwerke gab. Damals ging das Werk in den Besitz genuesischer Kaufleute und der städtischen Oligarchien über. Die vorindustrielle Produktion von Zucker aus Zuckerrohr dauerte bis Ende des 18. Jh. an: drei Jahrhunderte produktive, Handels- und finanzielle Blütezeit, die durch schwere gelegentlichen Krisen unterbrochen wurde. Dieser Anbau halte sich bis zum heutigen Tag mit der Erscheinung der Dampfmaschine im 19. Jh.
Im Ingenio de la Palma wurde während der gesamten Neuzeit Zucker hergestellt- abgesehen von einigen kurzen Unterbrechungen, zum Beispiel im Jahr 1679, als die Stadt von der Pest heimgesucht wurde. Der Ingenio de La Palma ist der einzige von vielen an der andalusischen Küste, von der ausreichend geschichtliche und materielle Spuren erhalten geblieben sind. Dank der durch archäologische Ausgrabungen ans Licht gebrachten Zeugnisse konnten alle Vorgänge der Zuckerherstellung und deren Orte in der Vorindustriellen Zeitepoche rekonstruiert werden, vom 'palacio de cañas' (Zuckerrohrpalast) zu der hydraulischen Mühle, der Pressesaal mit einer Presse aus Holz, die auf ursprünglichen Steinstrukturen montiert ist, Küche und Raffinaden, wo letztendlich die einzelnen Zuckerformen oder -hüte gewonnen wurden. Der Vorgang wurde mit erläuternden Tafeln, Zeichnungen, Entwurfsmodellen und aufnahmen, die helfen, die Vorgänge der Zuckerherstellung zu verstehen.
Mit diesem Zentrum ehrt Motril seine geschichtliche Verbindung zum Rohrzucker, frühere Quelle des Reichtums und Luxusprodukt.
Motril, Stadt des Zuckers, bietet dem Besucher einen didaktischen und angenehmen Rundgang, der fast tausend Jahre Zuckerrohrkultur kondensiert. Dieses geschätztes Produkt wurde das süsse Gold von der andalusischen Küsten in der gesamten Neuzeit bedacht. Das Museum, das technologische Ergötzungen und archäologisches Materiall einschliesst, befindet sich auf den Reste von der Ingenio de la Palma des 16. Jahrhunderts, einziges teilkonserviertes Zuckergebäude im vorindustriellen Spanien.
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